Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege [Velo-Initiative]»)
Stimmengewichtetes Resultat über 2'116 Gemeinden
Wollen Sie den Bundesbeschluss vom 13. März 2018 über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege annehmen? (Direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege [Velo-Initiative]»)
Ausgangslage
In vielen Städten und Gemeinden gibt es heute schon Velowege. Da die Mobilität aber weiter wächst, ist es sinnvoll, die Velowegnetze zu verbessern: Velofahrerinnen und Velofahrer tragen zur Entlastung anderer Verkehrsmittel bei. Ein gutes Velowegnetz hilft zudem, den Verkehr zu entflechten. So kommen sich Auto, Velo- und Fussverkehr weniger ins Gehege und es lassen sich Unfälle vermeiden.
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Die Vorlage
Bundesrat und Parlament haben daher beschlossen, Velowege rechtlich gleich zu behandeln wie Fuss- und Wanderwege. Zu diesem Zweck soll die Verfassung entsprechend ergänzt werden. Der Bund soll Grundsätze über Velowegnetze festlegen und die Kompetenz erhalten, Massnahmen der Kantone und weiterer Akteure zugunsten von Velowegen zu unterstützen und zu koordinieren. Dies kann beispielsweise mit landesweiten Standards für Velowege oder mit Geodaten für Karten und Apps erfolgen. Dabei wahrt der Bund die Zuständigkeit der Kantone: Er wird nur unterstützend (subsidiär) zu den Kantonen und Gemeinden tätig. Der Bundesbeschluss über die Velowege ist ein direkter Gegenentwurf zur VeloInitiative, die zurückgezogen wurde.
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze» · Offizielle Seite
Resultat nach Gemeinde
Ja-Anteil pro GemeindeStärkstes Ja
BFSResultat nach Gemeinde
Top 10| # | Gemeinde | Ja-Anteil | Kanton |
|---|---|---|---|
| 1 | Santa Maria in Calanca | 96.2% | GR |
| 2 | L’Abergement VD | 93.6% | VD |
| 3 | Grandevent | 93.6% | VD |
| 4 | Leysin | 93.0% | VD |
| 5 | Orges VD | 92.8% | VD |
| 6 | Valeyres-sous-Montagny | 92.5% | VD |
| 7 | Bogis-Bossey | 92.4% | VD |
| 8 | Vuiteboeuf | 92.4% | VD |
| 9 | Kreuzlingen | 92.1% | TG |
| 10 | Mutrux | 92.1% | VD |
Resultat nach Bezirk
Ja-Anteil pro Bezirk — die von BFS publizierten Bezirkszahlen; Kantone ohne Bezirke bleiben neutralResultat nach Bezirk
Bezirksresultate, wie vom BFS publiziert — Top 10 Ja / Top 10 Nein| # | Bezirk | Ja-Anteil | Kanton |
|---|---|---|---|
| 1 | District de Lausanne | 87.6% | VD |
| 2 | District de Nyon | 87.4% | VD |
| 3 | District de la Riviera-Pays-d'Enhaut | 87.4% | VD |
| 4 | District d'Aigle | 86.3% | VD |
| 5 | District de Morges | 86.1% | VD |
| 6 | District du Jura-Nord vaudois | 86.1% | VD |
| 7 | District de l'Ouest lausannois | 86.0% | VD |
| 8 | District du Gros-de-Vaud | 84.1% | VD |
| 9 | District de Lavaux-Oron | 83.8% | VD |
| 10 | District des Franches-Montagnes | 83.3% | JU |
Wie die Kantone gestimmt haben
Ja-Anteil pro GemeindeDiese Vorlage brauchte das Volksmehr UND das Ständemehr. Sechs Kantone zählen als halbe Standesstimme (BV Art. 142).
| # | Kanton | Ja-Anteil | Beteiligung | Gemeinden |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Waadt | 86.3% | 42.4% | 300 |
| 2 | Genf | 83.1% | 45.4% | 45 |
| 3 | Neuenburg | 82.3% | 36.1% | 24 |
| 4 | Jura | 81.6% | 31.9% | 51 |
| 5 | Freiburg | 76.3% | 34.7% | 119 |
| 6 | Graubünden | 76.0% | 38.3% | 100 |
| 7 | Tessin | 75.0% | 41.8% | 100 |
| 8 | Wallis | 74.4% | 36.7% | 122 |
| 9 | Zug | 73.4% | 45.1% | 11 |
| 10 | Basel-Stadt | 72.5% | 48.2% | 3 |
| 11 | Bern | 72.1% | 33.4% | 328 |
| 12 | Zürich | 71.9% | 42.3% | 160 |
| 13 | St. Gallen | 71.4% | 36.7% | 75 |
| 14 | Thurgau | 71.0% | 37.4% | 80 |
| 15 | Solothurn | 70.4% | 36.0% | 104 |
| 16 | Aargau | 70.2% | 36.0% | 196 |
| 17 | Basel-Landschaft | 70.1% | 35.1% | 86 |
| 18 | Luzern | 68.7% | 38.3% | 79 |
| 19 | Schaffhausen | 68.5% | 62.5% | 26 |
| 20 | Appenzell Ausserrhoden | 68.0% | 39.4% | 20 |
| 21 | Uri | 67.4% | 29.9% | 19 |
| 22 | Appenzell Innerrhoden | 64.5% | 31.1% | 5 |
| 23 | Nidwalden | 64.1% | 39.5% | 11 |
| 24 | Glarus | 63.0% | 29.1% | 3 |
| 25 | Schwyz | 62.5% | 37.9% | 30 |
| 26 | Obwalden | 57.2% | 42.2% | 7 |
Standpunkte
Empfehlungen gemäss ErläuterungenEmpfehlung von Bundesrat und Parlament
EmpfehlungJa
Wer Velo fährt, trägt dazu bei, dass es in Bahn, Bus und Tram sowie für Autos mehr Platz gibt. Es gutes und sicheres Velowegnetz hilft zudem, UNfälle zu vermeiden. Davon profitieren alle. Es ist daher sinnvoll, dass der Bunde die Kantone bei den Velowegen künftig wie bei den Fuss- und Wanderwegen unterstützen kann.
Alle Argumente beider Seiten im Wortlaut: Erläuterungen des Bundesrates
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze»
Standpunkt der Minderheit im Parlament
EmpfehlungNein
Eine Minderheit des Parlaments ist der Auffassung, dass der Veloverkehr allein Aufgabe der Kantone und Gemeinden bleiben soll. Das habe sich bewährt. Die Schweiz sei bereits ein Veloland. Mit der verfassungsrechtlichen Aufwertung des Veloverkehrs seien zudem hohe finanzielle Verpflichtungen für den Bund absehbar.
Alle Argumente beider Seiten im Wortlaut: Erläuterungen des Bundesrates
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze»
Abstimmung im Parlament
| Ja | Nein | Enthaltungen | |
|---|---|---|---|
| Nationalrat | 115 | 70 | 0 |
| Ständerat | 37 | 1 | 2 |
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze». Wie in den Erläuterungen angegeben; weichen deren Sprachfassungen voneinander ab, gilt die Angabe, die mindestens zwei Sprachfassungen teilen.
Die Standpunkte sind die Kurzfassungen aus den offiziellen Erläuterungen des Bundesrates, wörtlich übernommen und von dieser Website weder gekürzt noch gewertet. Die vollständigen Argumente beider Seiten stehen in den verlinkten Erläuterungen.
Wachsende Bedeutung des Veloverkehrs
Der Bundesbeschluss über die Velowege stärkt die Bestrebungen des Bundes, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Der Veloverkehr ist der einzige Bereich, in dem die Zahlen der bei Unfällen verletzten und getöteten Menschen seit dem Jahr 2000 gestiegen sind (vgl. Grafik). Der Anstieg hat unter anderem mit dem Boom bei den EBikes zu tun, mit denen man schneller unterwegs ist. Mit einer Entflechtung des Verkehrs – beispielsweise mit gut markierten Radstreifen oder baulich abgetrennten Radwegen – kann die Sicherheit erhöht werden.
Velowege wie Fuss- und Wanderwege
Um den Veloverkehr aufzuwerten, lancierten mehrere Parteien und Verbände 2015 die VeloInitiative. Diese zielte darauf ab, in der Verfassung eine Förderpflicht für den Bund zu verankern. Diese zwingende Vorgabe ging Bundesrat und Parlament zu weit. Sie befürworteten stattdessen einen direkten Gegenentwurf. Dieser gibt dem Bund die Möglichkeit, Velowege zu unterstützen. Velowege sollen damit künftig rechtlich gleich behandelt werden wie Fussund Wanderwege. Der seit rund 40 Jahren dazu bestehende Verfassungsartikel soll entsprechend ergänzt werden. Der Bund erhält damit die Aufgabe, Grund sätze für Velowegnetze festzulegen. Er kann zudem Mass nahmen der Kantone und weiterer Akteure unter stützen und koordinieren sowie über Velowegnetze informie ren. Aufgrund des direkten Gegenentwurfs zog das Initiativ komitee die VeloInitiative zurück.
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Bund wird nur subsidiär tätig
Mit der vom Parlament beschlossenen Lösung bleiben Planung, Bau und Unterhalt der Velowege weiterhin Aufgaben der Kantone und Gemeinden. Der Bund wird sie subsidiär unterstützen. Bei einem Ja zum Bundesbeschluss wird das Parlament auf Gesetzesstufe regeln, wie dies konkret erfolgen soll. Es ist davon auszugehen, dass dem Bund für die Velowege künftig die gleichen Aufgaben übertragen werden wie bisher für die Fussund Wanderwege. Somit wird er auch für die Velowege beispielsweise gesamtschweizerische Daten und Statistiken erarbeiten, Standards zu Qualität und Sicherheit entwickeln sowie Geodaten für Karten und Apps bereitstellen.
Verkehrssicherheit
Der Bundesbeschluss über die Velowege stärkt die Bestrebungen des Bundes, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Der Veloverkehr ist der einzige Bereich, in dem die Zahlen der bei Unfällen verletzten und getöteten Menschen seit dem Jahr 2000 gestiegen sind (vgl. Grafik). Der Anstieg hat unter anderem mit dem Boom bei den EBikes zu tun, mit denen man schneller unterwegs ist. Mit einer Entflechtung des Verkehrs – beispielsweise mit gut markierten Radstreifen oder baulich abgetrennten Radwegen – kann die Sicherheit erhöht werden.
Finanzielle Auswirkungen
Dem Bund entstehen durch die Aufwertung des Velo verkehrs und seine damit verbundenen Aufgaben Kosten von voraussichtlich rund 1,8 Millionen Franken pro Jahr.1 Dieser Aufwand wird innerhalb des Budgets des Bundesamts für Strassen aufgefangen.
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «Im Detail»
- Wie lautete das Resultat der Abstimmung «Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege [Velo-Initiative]»)»?
- Am 23.09.2018 wurde «Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege [Velo-Initiative]»)» mit 1'475'000 Ja gegen 529'253 Nein angenommen. Die Stimmbeteiligung betrug 37.9%.
- Wie stimmten die Kantone über «Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege [Velo-Initiative]»)» ab?
- Das stärkste Ja kam aus Waadt (86.3%), das stärkste Nein aus Obwalden (57.2%).
- Wurde «Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege [Velo-Initiative]»)» angenommen?
- «Bundesbeschluss über die Velowege sowie die Fuss- und Wanderwege (direkter Gegenentwurf zur Volksinitiative «Zur Förderung der Velo-, Fuss- und Wanderwege [Velo-Initiative]»)» wurde am 23.09.2018 landesweit angenommen.