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Volksabstimmung · 23.09.2018Eidgenössische Vorlage

Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»

38.7% JaNein 61.3%
Abstimmungen
Abgelehnt
Ja
38.7% 774'821
Nein
61.3% 1'227'326
Ständemehr
4 / 23
Beteiligung
37.9%

Stimmengewichtetes Resultat über 2'116 Gemeinden

Abstimmungsfrage

Wollen Sie die Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)» annehmen?

Ausgangslage

Die Lebensmittel in der Schweiz sind von guter Qualität und sicher. Die Bundesverfassung und verschiedene Gesetze sowie internationale Abkommen regeln detailliert, wie Lebens mittel produziert werden müssen und unter welchen Bedin gungen sie importiert werden dürfen. Die Initiantinnen und Initianten der Fair-Food-Initiative wollen mit einem neuen, umfassenden Verfassungsartikel das Angebot nachhaltig und fair produzierter Lebensmittel aus der Schweiz und aus dem Ausland stärken.

Mehr lesen

Die Vorlage

Die Fair-Food-Initiative verlangt, dass der Bund umwelt schonend, tierfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel fördert. Dazu soll er für die Schweizer Produktion Vorgaben machen. Diese Standards sollen grundsätzlich auch für impor tierte Lebensmittel gelten – zum Teil müssten sie sofort umgesetzt werden, zum Teil erst längerfristig. Ihre Einhaltung müsste überprüft werden, zum Beispiel mit Kontrollen im Inund im Ausland. Die Initiative verlangt vom Bund auch, dass er die Auswirkungen von Transport und Lagerung auf die Umwelt reduziert, Deklarationsvorschriften erlässt, Mass nahmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln trifft sowie regional und saisonal produzierte Lebensmittel fördert.

Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze» · Offizielle Seite

Resultat nach Gemeinde

Ja-Anteil pro Gemeinde
NeinJaKein Resultat
#GemeindeJa-AnteilKanton
1Mauraz92.9%VD
2Lovatens83.7%VD
3Clarmont83.1%VD
4Dizy VD79.0%VD
5Moiry VD77.9%VD
6Romainmôtier-Envy76.7%VD
7Avully76.4%GE
8Tévenon76.2%VD
9Vuiteboeuf75.7%VD
10Corbeyrier75.3%VD

Resultat nach Bezirk

Ja-Anteil pro Bezirk — die von BFS publizierten Bezirkszahlen; Kantone ohne Bezirke bleiben neutral
NeinJaKein Resultat

Resultat nach Bezirk

Bezirksresultate, wie vom BFS publiziert — Top 10 Ja / Top 10 Nein

Wie die Kantone gestimmt haben

Ja-Anteil pro Gemeinde

Diese Vorlage brauchte das Volksmehr UND das Ständemehr. Sechs Kantone zählen als halbe Standesstimme (BV Art. 142).

4 von 23 Standesstimmen — Abgelehnt
NeinJaKein Resultat
Genf63.9%
Waadt63.8%
Jura58.9%
#KantonJa-AnteilBeteiligungGemeinden
1Genf63.9%45.4%45
2Waadt63.8%42.4%300
3Jura58.9%31.9%51
4Neuenburg57.1%36.2%24
5Freiburg48.7%34.7%119
6Basel-Stadt42.8%48.2%3
7Tessin42.7%41.8%100
8Wallis38.5%36.7%122
9Bern36.8%33.4%328
10Zürich35.3%42.5%160
11Schaffhausen34.4%62.5%26
12Basel-Landschaft33.5%35.1%86
13Glarus32.9%29.1%3
14Appenzell Ausserrhoden32.6%39.4%20
15Solothurn31.2%36.0%104
16St. Gallen29.8%36.8%75
17Graubünden29.6%38.4%100
18Luzern28.9%38.3%79
19Thurgau28.9%37.5%80
20Aargau28.8%36.0%196
21Zug27.4%45.1%11
22Uri25.8%29.9%19
23Appenzell Innerrhoden23.3%31.2%5
24Schwyz22.6%37.9%30
25Nidwalden22.5%39.7%11
26Obwalden20.4%42.2%7

Standpunkte

Empfehlungen gemäss Erläuterungen

Empfehlung des Initiativkomitees

EmpfehlungJa

Eine Minderheit des Parlaments ist der Auffassung, dass der Veloverkehr allein Aufgabe der Kantone und Gemeinden bleiben soll. Das habe sich bewährt. Die Schweiz sei bereits ein Veloland. Mit der verfassungsrechtlichen Aufwertung des Veloverkehrs seien zudem hohe finanzielle Verpflichtungen für den Bund absehbar.

Website des Initiativkomitees

Alle Argumente beider Seiten im Wortlaut: Erläuterungen des Bundesrates

Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze»

Empfehlung von Bundesrat und Parlament

EmpfehlungNein

Für Bundesrat und Parlament ist die Initiative unnötig: Die Schweiz unternimmt bereits viel für sichere und nachhaltig produzierte Lebensmittel. Um das Angebot an solchen Lebensmitteln zu stärken, hat sie die nötigen VErfassungsgrundlagen. Die Initiative kann zudem zu Konflikten mit internationalen Abkommen führen, und die Kontrolle wäre schwierig.

Vorlagen-Dossier auf admin.ch

Alle Argumente beider Seiten im Wortlaut: Erläuterungen des Bundesrates

Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze»

Abstimmung im Parlament

JaNeinEnthaltungen
Nationalrat3713917
Ständerat1347

Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze». Wie in den Erläuterungen angegeben; weichen deren Sprachfassungen voneinander ab, gilt die Angabe, die mindestens zwei Sprachfassungen teilen.

Die Standpunkte sind die Kurzfassungen aus den offiziellen Erläuterungen des Bundesrates, wörtlich übernommen und von dieser Website weder gekürzt noch gewertet. Die vollständigen Argumente beider Seiten stehen in den verlinkten Erläuterungen.

Ausgangslage

Die Schweiz produziert rund die Hälfte ihres Bedarfs an Lebensmitteln selber.1 Diese Lebensmittel müssen strenge Anforderungen erfüllen, etwa bei der Sicherheit, der Qualität und der Nachhaltigkeit.2 Den Import von Lebensmitteln hat die Schweiz in verschiedenen Gesetzen und in internationalen Abkommen geregelt. Die FairFoodInitiative betrifft die Produktion von Lebensmitteln im Inland und im Ausland. Mit der Initiative soll der Lebensmittelbereich in der Bundesver fassung umfassend geregelt werden.

Ziel der Initiative

Die Fair-Food-Initiative beauftragt den Bund, das Angebot an Lebensmitteln zu stärken, die von guter Qualität und sicher sind. Die Herstellung muss umweltund ressourcenschonend sowie tierfreundlich sein und unter fairen Arbeitsbedingungen stattfinden. Die nötigen Bestimmungen zur Umsetzung der Initiative erlassen das Parlament und der Bundesrat. Nach der Annahme der Initiative hätten sie dafür drei Jahre Zeit.

Ganzen Text anzeigen

Verschiedene Massnahmen

Die Initiative nennt eine Reihe von Massnahmen, um die Ziele zu erreichen. Dazu gehören eine genauere Deklaration der Lebensmittel, das Senken von Zöllen für gewisse Lebensmittel und die Verpflichtung der Lebensmittelbranche, bestimmte ökologische und soziale Ziele zu verfolgen. Dazu gehören auch die Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung (Food Waste) und die Förderung saisonaler Produkte aus der Region. Über dies sollen die negativen Auswirkungen von Transport und Lagerung von Lebensund Futtermitteln reduziert sowie die Umwelt geschont werden.

Schweizer Vorgaben für Importe

Für den Import stellt die Initiative eine grundsätzliche Regel auf: Nicht oder nur leicht verarbeitete landwirtschaftliche Lebensmittel, die im Ausland hergestellt werden, sollen Schweizer Vorschriften entsprechen. So dürften etwa Eier und Fleisch aus industrieller Massentierhaltung nicht mehr einge führt werden. Für stärker verarbeitete oder zusammengesetzte Lebensmittel, wie Tiefkühlpizza oder Teigwaren, sowie für Futtermittel sollen längerfristig die gleichen Vorschriften gelten. Für gewisse Produkte wie Koscheroder Halalfleisch wären Ausnahmen möglich.

Kontrolle der Schweizer Vorgaben

Verhältnis zu internationalen Abkommen

Wegen der strengeren Vorgaben auch für importierte Lebensmittel könnten Konflikte entstehen mit Verpflichtungen der Schweiz gegenüber der Europäischen Union (EU), der Welthandelsorganisation (WTO) und Staaten, mit denen die Schweiz Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Zentrales Element dieser Abkommen ist das Verbot, Importprodukte anders zu behandeln als einheimische Produkte, wenn sie sich physisch voneinander nicht unterscheiden. Will ein Staat von diesem Verbot abrücken, gelten hohe Anforderungen.

Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «Im Detail»

Wie lautete das Resultat der Abstimmung «Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»»?
Am 23.09.2018 wurde «Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»» mit 774'821 Ja gegen 1'227'326 Nein abgelehnt. Die Stimmbeteiligung betrug 37.9%.
Wie stimmten die Kantone über «Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»» ab?
Das stärkste Ja kam aus Genf (63.9%), das stärkste Nein aus Obwalden (20.4%).
Wurde «Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»» angenommen?
«Volksinitiative «Für gesunde sowie umweltfreundlich und fair hergestellte Lebensmittel (Fair-Food-Initiative)»» wurde am 23.09.2018 landesweit abgelehnt.