Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)»
Stimmengewichtetes Resultat über 2'116 Gemeinden
Wollen Sie die Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)» annehmen?
Ausgangslage
Heute haben rund drei Viertel der Kühe und ein Drittel der Ziegen in der Schweiz keine Hörner. Der Anteil an hornlosen Tieren hat über die letzten zwei Jahrzehnte zugenommen, weil immer mehr Landwirtinnen und Landwirte ihre Tiere in Freilaufställen halten. In solchen Ställen ist es einfacher, hornlose Tiere zu halten als behornte. Die Hornlosigkeit kann auf zwei Arten erreicht werden: Man entfernt den Jungtieren in den ersten drei Lebenswochen die Hornanlagen, oder man züchtet hornlose Tiere.
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Die Vorlage
Die Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (HornkuhInitiative)» wurde 2016 von der Interessengemeinschaft Hornkuh eingereicht. Sie hat zum Ziel, dass es in der Landwirtschaft wieder mehr Kühe und Ziegen mit Hörnern gibt. Die Initiative will verhindern, dass sich die Landwirtinnen und Landwirte aus rein wirtschaftlichen Gründen für Tiere ohne Hörner entscheiden. Da die Haltung von Tieren mit Hörnern mit höheren Kosten verbunden ist, soll der Bund Halterinnen und Halter von ausgewachsenen behornten Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken mit einem Beitrag unterstützen. Das Enthornen der Jungtiere mit lokaler Betäubung wäre weiterhin erlaubt.
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze» · Offizielle Seite
Resultat nach Gemeinde
Ja-Anteil pro GemeindeStärkstes Ja
BFSResultat nach Gemeinde
Top 10| # | Gemeinde | Ja-Anteil | Kanton |
|---|---|---|---|
| 1 | Zwischbergen | 88.6% | VS |
| 2 | Bosco/Gurin | 85.2% | TI |
| 3 | Campo (Vallemaggia) | 80.0% | TI |
| 4 | Castaneda | 79.0% | GR |
| 5 | Mergoscia | 76.2% | TI |
| 6 | Embd | 76.0% | VS |
| 7 | Saas-Grund | 75.8% | VS |
| 8 | Saas-Balen | 74.1% | VS |
| 9 | Onsernone | 74.0% | TI |
| 10 | Gsteigwiler | 73.8% | BE |
Resultat nach Bezirk
Ja-Anteil pro Bezirk — die von BFS publizierten Bezirkszahlen; Kantone ohne Bezirke bleiben neutralResultat nach Bezirk
Bezirksresultate, wie vom BFS publiziert — Top 10 Ja / Top 10 Nein| # | Bezirk | Ja-Anteil | Kanton |
|---|---|---|---|
| 1 | Region Moesa | 60.7% | GR |
| 2 | Bezirk Visp | 58.4% | VS |
| 3 | Bezirk Brig | 58.0% | VS |
| 4 | Bezirk Dorneck | 57.1% | SO |
| 5 | Verwaltungskreis Biel/Bienne | 56.9% | BE |
| 6 | Distretto di Vallemaggia | 56.6% | TI |
| 7 | Distretto di Locarno | 55.4% | TI |
| 8 | Region Plessur | 54.9% | GR |
| 9 | Bezirk Raron | 54.8% | VS |
| 10 | Verwaltungskreis Interlaken-Oberhasli | 54.4% | BE |
Wie die Kantone gestimmt haben
Ja-Anteil pro GemeindeDiese Vorlage brauchte das Volksmehr UND das Ständemehr. Sechs Kantone zählen als halbe Standesstimme (BV Art. 142).
| # | Kanton | Ja-Anteil | Beteiligung | Gemeinden |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Genf | 59.8% | 48.9% | 45 |
| 2 | Basel-Stadt | 56.8% | 60.8% | 3 |
| 3 | Basel-Landschaft | 51.6% | 48.8% | 86 |
| 4 | Glarus | 50.9% | 44.4% | 3 |
| 5 | Tessin | 50.4% | 47.3% | 100 |
| 6 | Schaffhausen | 50.0% | 69.9% | 26 |
| 7 | Graubünden | 49.3% | 47.9% | 100 |
| 8 | Wallis | 48.8% | 55.7% | 122 |
| 9 | Zürich | 48.1% | 52.4% | 160 |
| 10 | Solothurn | 47.7% | 48.5% | 104 |
| 11 | Bern | 45.9% | 47.9% | 328 |
| 12 | Appenzell Ausserrhoden | 44.3% | 52.9% | 20 |
| 13 | Neuenburg | 44.0% | 45.9% | 24 |
| 14 | Uri | 42.6% | 48.4% | 19 |
| 15 | Aargau | 41.7% | 46.9% | 196 |
| 16 | Waadt | 41.2% | 49.3% | 300 |
| 17 | St. Gallen | 41.1% | 49.3% | 75 |
| 18 | Zug | 40.9% | 53.7% | 11 |
| 19 | Nidwalden | 40.7% | 53.2% | 11 |
| 20 | Schwyz | 39.2% | 52.8% | 30 |
| 21 | Thurgau | 38.5% | 49.5% | 80 |
| 22 | Luzern | 36.3% | 52.4% | 79 |
| 23 | Obwalden | 35.9% | 54.6% | 7 |
| 24 | Jura | 35.9% | 44.9% | 51 |
| 25 | Appenzell Innerrhoden | 34.0% | 48.3% | 5 |
| 26 | Freiburg | 33.8% | 45.4% | 119 |
Standpunkte
Empfehlungen gemäss ErläuterungenEmpfehlung des Initiativkomitees
EmpfehlungJa
Die Initiative will, dass mehr Landwirtinnen und Landwirte Kühe und Ziegen mit Hörnern halten. Da die Haltung behornter Tiere mit grösserem Aufwand verbunden ist, soll der Bund diesen Mehraufwand mit einem Beitrag entschädigen. Damit würde laut den Initiantinnen und Initianten das Tierwohl stärker in den Mittelpunkt gestellt.
Alle Argumente beider Seiten im Wortlaut: Erläuterungen des Bundesrates
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze»
Empfehlung von Bundesrat und Parlament
EmpfehlungNein
Für Bundesrat und Parlament würde die Initiative dem Tierwohl mehr schaden als nützen. Ein Beitrag für Tiere mit Hörnern könnte dazu führen, dass wieder mehr Ställe gebaut werden, in denen die Tiere angebunden sind. Bei horntragenden Tieren ist diese Haltungsform einfacher. Zudem erhöhen Tiere mit Hörnern das Verletzungsrisiko.
Alle Argumente beider Seiten im Wortlaut: Erläuterungen des Bundesrates
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze»
Abstimmung im Parlament
| Ja | Nein | Enthaltungen | |
|---|---|---|---|
| Nationalrat | 49 | 117 | 32 |
| Ständerat | 6 | 33 | 5 |
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «In Kürze». Wie in den Erläuterungen angegeben; weichen deren Sprachfassungen voneinander ab, gilt die Angabe, die mindestens zwei Sprachfassungen teilen.
Die Standpunkte sind die Kurzfassungen aus den offiziellen Erläuterungen des Bundesrates, wörtlich übernommen und von dieser Website weder gekürzt noch gewertet. Die vollständigen Argumente beider Seiten stehen in den verlinkten Erläuterungen.
Bund fördert tierfreundliche Haltung
Der Bund fördert heute die besonders tierfreundliche Haltung mit sogenannten Tierwohlbeiträgen. Konkret unterstützt er die Haltung in Freilaufställen. Dort sind die Tiere nicht angebunden, sondern bewegen sich frei zwischen unterschiedlichen Bereichen für Ruhe, Fressen und Kontakte zu anderen Tieren. Zudem fördert der Bund den regelmässigen Auslauf ins Freie. Die Tierwohlbeiträge werden unabhängig davon ausgerichtet, ob die Tiere Hörner tragen oder nicht.
Weniger Tiere mit Hörnern
Hörner erhöhen für die anderen Tiere sowie die Tierhalterin oder den Tierhalter das Risiko von Verletzungen. Zudem benötigen Kühe und Ziegen mit Hörnern insbesondere in Freilaufställen mehr Abstand zu ihren Artgenossen und deshalb mehr Platz als Tiere ohne Hörner. Aus diesen Gründen entscheiden sich viele Halterinnen und Halter für hornlose Tiere. Heute haben rund drei Viertel der Kühe und ein Drittel der Ziegen keine Hörner.
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Unterstützung für Tiere mit Hörnern
Die Initiative will erreichen, dass wieder mehr der ausgewachsenen Kühe, Zuchtstiere, Ziegen und Ziegenböcke Hörner tragen. Zu diesem Zweck fordert sie, dass der Bund Landwirtinnen und Landwirte mit einem Beitrag unterstützt, wenn sie Tiere mit Hörnern halten.
Kein Enthornungsverbot
Die Initiative will kein Verbot des Enthornens. Landwirtinnen und Landwirte hätten auch bei einer Annahme der Initiative die Möglichkeit, die Jungtiere wie bisher vorschriftsgemäss zu enthornen. Die Initiative will jedoch mit einem finanziellen Anreiz erreichen, dass weniger Tiere enthornt werden und mehr Tiere ihre Hörner ausbilden können.
Kosten
Die Initiative lässt offen, wie das Anliegen finanziert werden soll und wie hoch der Beitrag für das Halten von Tieren mit Hörnern sein soll. Das würden bei einem Ja zur Initiative Parlament und Bundesrat festlegen. Gemäss den Initiantinnen und Initianten sollen die Beiträge durch Kürzungen bei anderen Beiträgen an die Landwirtschaft kompensiert werden.
Quelle: Erläuterungen des Bundesrates (Bundeskanzlei), Kapitel «Im Detail»
- Wie lautete das Resultat der Abstimmung «Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)»»?
- Am 25.11.2018 wurde «Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)»» mit 1'144'845 Ja gegen 1'384'027 Nein abgelehnt. Die Stimmbeteiligung betrug 49.3%.
- Wie stimmten die Kantone über «Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)»» ab?
- Das stärkste Ja kam aus Genf (59.8%), das stärkste Nein aus Freiburg (33.8%).
- Wurde «Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)»» angenommen?
- «Volksinitiative «Für die Würde der landwirtschaftlichen Nutztiere (Hornkuh-Initiative)»» wurde am 25.11.2018 landesweit abgelehnt.